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Kalte Herzen. Wie das Fernsehen unseren Charakter formt


»Das Buch ist eine brillante, beklemmende Analyse und gibt unendlich viel Anregung.«
Verena Kast

Wir leben in Zeiten eines schleichenden Wandels der Gefühlskultur. Das Fernsehen ist der mächtigste Lieferant sozialer Botschaften und Vorbilder, den es je gab, und wird zum heimlichen Erzieher eines neuen Sozialcharakters. Schamgrenzen sinken, öffentliche und private Gefühlsdarstellungen haben Konjunktur. Die einzelnen verändern sich – und das hat Folgen für die gesamte Gesellschaft.

 

Das tägliche Fernsehprogramm mit seinen Talkshows, Nachrichten, Seifenopern verrät es: Überall nimmt ein neuer Leittypus Gestalt an. Seine Gefühlswelt ist gekennzeichnet durch andauerndes Verlangen nach Aufregung, Oberflächlichkeit und theatralischer Inszenierung, in der Gefühle lediglich dargestellt, aber nicht wirklich empfunden werden. In einer subtilen Betrachtung werden die Hintergründe ausgeleuchtet, vor denen das Fernsehen dieses neue Normalitätsmodell in Szene setzt. Und es werden die fatalen Folgen aufgezeigt, den dieser medial modulierte Sozialtypus für die Politik, das Berufsleben, ja bis in die intimen Verästelungen der Familie hat.

Winterhoff-Spurk benennt die Ursachen für den gesellschaftlichen Wandel und appelliert, den suggestiven Schleichwegen des »heimlichen Erziehers« Fernsehen endlich etwas entgegenzusetzen.

Vorabdruck aus dem Buch in »Psychologie Heute« in der Märzausgabe am 16. Februar 2005.


Peter Winterhoff-Spurk:
Kalte Herzen
Wie das Fernsehen unseren Charakter formt

2005, gebunden mit Schutzumschlag
271 Seiten
ISBN: 3-608-94102-9      Klett CottaKlett-Cotta


   Vorsicht Bildschirm
Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft
Band 1 der Reihe „Transfer ins Leben“
Erschienen im Januar 2005 im Ernst Klett Verlag
ISBN 3-12-010170-2
320 Seiten
16,95 Euro

 

Manfred Spitzer bei einer Veranstaltung im Stuttgarter Literaturhaus im März 2004